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Bayerisches Feuilleton vom 21.05.2011
Radwechsel
Auto-mobile Autoren
"Das Mindeste, was man von einem Großschriftsteller verlangt", spottete Robert Musil in den 30er Jahren, "ist, dass er einen Kraftwagen besitzt". Die Kollegen ließen sich nicht lumpen. Thomas Mann kaufte sich 1925 für 70 000 Mark einen stattlichen Fiat mit sechs Sitzen. Bert Brecht, der Werbelyrik für Steyrwägen verfasste, nahm dankend ein schickes Cabriolet als Geschenk seiner Auftraggeber an. Und auch ein zweites, als er das erste an einem Baum zu Schrott gefahren hatte. Doch sein Gedicht "Der Radwechsel" belegt, dass sich Esprit und Freude an der Geschwindigkeit durchaus nicht ausschließen müssen.
Nur Hermann Hesse, der esoterische Glasperlenspieler, konnte sich mit den stinkenden, lärmenden Blechkisten nicht so recht anfreunden. War er seiner Zeit voraus? Welches Verhältnis pflegen Schriftsteller heute zum Automobil?
Justina Schreiber über dichtende Autonarren früher und heute.









