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Land und Leute: "Vergittertes Fenster"
Klaus Manns Novelle um den Tod König Ludwigs
Klaus Mann: "Um es offen zu sagen: Diese Königs-Legende hat die Farben der gemeinsten Kitsch-Postkarten. Die Literatur, die in Bayern um diese Legende herum entstanden ist, verblüfft durch ihre Süsslichkeit, Geschmacklosigkeit, abgrundtiefe Verlogenheit. Wohl aber reizt es mich, der Wirklichkeit nachzuspüren."
Geboren in München als Sohn des Schriftstellers Thomas Mann, verbrachte er seine Kindheit und Jugend in Bayern. In den Exiljahren verklärte er die Erinnerungen an diese Zeit. Angeregt durch die Lektüre einer Biographie König Ludwigs II., schrieb Klaus Mann im Sommer 1937 die Novelle „Vergittertes Fenster”. Seit 1934 aus Deutschland ausgebürgert, setzte er sich in der Schweiz mit der beliebtesten königlichen Kriminalgeschichte Süddeutschlands auseinander: Als erster wies er auf das Drama des verhinderten Künstlers hin.
Klaus Mann arbeitete an der „Novelle um den Tod des Königs Ludwig II. von Bayern” aber nicht nur sein Heimweh ab; autobiographisch motiviert, untersuchte er die Komplexität von Selbstmordwünschen, beschrieb die Problematik homosexueller Neigungen und reflektierte in der Beziehung Ludwigs zu seiner Cousine, Kaiserin Elisabeth von Österreich, die eigene emotionale Bindung an die Schwester Erika. - Lisbeth Exner erinnert an Klaus Manns Novelle „Vergittertes Fenster”.









