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musikWelt vom 30.01.2011

 

Love for Sale

Neues über Cole Porter

von Claus Obalski

Alles, was im Showbusiness Rang und Namen hatte, war am 15. Mai 1960 in der Metropolitan Opera in New York versammelt, zum Salut für Cole Porter; nur einer fehlte: der Geehrte selbst. Seit der Amputation seines, bei einem Reitunfall zerschmetterten Beines war er der Welt abhanden gekommen. Drei Jahre war es her, dass er seinen letzten Song geschrieben hatte: "Wouldn’t It Be Fun" für seine einzige (und erfolglose) TV-Show Aladdin. Im Nebel von Alkohol, Schmerzmitteln und Drogen verlöschte langsam eine der schillernsten Existenzen der Musikwelt.

Schon als Jura-Student in Yale haftete dem gut aussehenden Millionärssohn der Ruf des Playboys an;  mit dem Umzug nach Paris, wo er das renommierte Musikkonservatorium des Vincent d’Indy besuchte, begann die Zeit der Legenden: dass er in der französischen Fremdenlegion gedient haben soll, ist mittlerweile ebenso als Schwindel enttarnt worden, wie die romantisch klingenden Entstehungsgeschichten seiner Kompositionen. Allein seinen Hit "Night and Day"  betreffend, hatte der fantasievolle Künstler drei verschiedene Versionen auf Lager. Und das unter dem gleichen Titel gedrehte Biopic geriet mit Porters tatkräftiger Unterstützung zur geradezu absurden Märtyrer-Legende.

Immer und immer wieder entstehen neue Interpretationen. Ein ganzes Heer von Jazz- und Popstars drängte sich, um am Score für die 2005 entstandene Cole-Porter-Story mitzuwirken: Sheryl Crow, Natalie Cole, Diana Krall und Robbie Williams, Interpret des Titelsongs "De-Lovely". Er sei mit dieser Musik aufgewachsen, äußerte Williams in einem Interview zum Filmstart, habe aber keine Ahnung gehabt, dass alle Lieder aus der Feder eines einzigen Mannes geflossen waren, eines Genies, namens Cole Porter. „Ich hoffe, dass diese Songs  durch diesen Film ein neues Publikum finden, denn sie sollten unsterblich sein.“

 

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