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Josef Rödl ist es gelungen, die interessantesten, streitbarsten und unterschiedlichsten Querdenker im deutschsprachigen Kabarett vor die Kamera zu holen

Kabarett, Kabarett

Abschaffungsgelüste, Drohungen, Zensur - das politische Kabarett provoziert und unterhält, ist populär und umstritten. Ist Kabarett heute harmlos geworden? Gibt es keine Tabus mehr? Ein Film mit den Besten des Genres, Unterhaltungskünstlern mit Zivilcourage.



"Ein wenig zornig" sei er gewesen, sagt Dieter Hildebrandt, als er sich an seine kabarettistischen Anfänge in der Nachkriegszeit erinnert. Zornig darüber, wie in Deutschland damals die Vergangenheit unter den Teppich gekehrt wurde. Eine Initialzündung, der Rest ist Geschichte - die des politischen Kabaretts in der BRD.

 In seinem 90-minütigen Dokumentarfilm geht Josef Rödl auf Spurensuche quer durch die aktuelle Kabarett-Szene und erinnert an die Anfänge, Höhe- und Wendepunkte des politischen Kabaretts in West- und Ostdeutschland. Eine amüsante, geistreiche und zum Nachdenken provozierende Momentaufnahme und Zeitreise. Denn zu Wort kommen ausschließlich die Kabarettisten selbst.

Dem Regisseur ist es gelungen, die interessantesten, streitbarsten und unterschiedlichsten Querdenker im deutschsprachigen Kabarett vor die Kamera zu holen - und zwar ohne Maske und Requisiten. Direkt und unverblümt sprechen sie über ihre Kunst und ihre Kunstfiguren. Verraten, was sie antreibt und wer sie zur satirischen Höchstform auflaufen lässt: Politiker, Provinzler, Kleinbürger, Großkopferte und nicht zuletzt sie selbst. Sie entlarven Zensur im neuen Gewand und reflektieren über die Schlagkraft einer Pointe. Sigi Zimmerschied lässt uns beim Proben einer solchen daheim vor dem Spiegel über die Schulter schauen. Peter Sodann und Ernst Röhl führen uns in die Zellen im Leipziger Gefängnis, in denen sie 1961 inhaftiert wurden - über ein Jahr Haft für eine gelungene Pointe.

 

Die mitwirkenden Kabarettisten

Django Asül, Frank-Markus Barwasser, Jochen Busse, Werner Fink, Matthias Deutschmann, Ottfried Fischer, Josef Hader, Dieter Hildebrandt, Bruno Jonas, Luise Kinseher, Gerhard Polt, Josef Pretterer, Urban Priol, Martin Puntigam, Ernst Röhl, Georg Schramm, Peter Sodann, Simone Solga, Henning Venske, Sigi Zimmerschied

Josef Rödls Dokumentation erinnert daran, wie schmal der Grad zwischen Komik und Grauen in der Geschichte des Kabaretts bisweilen war. Die Archivaufnahmen und Bilder aus den Kabaretts in den Konzentrationslagern Westerbork und Theresienstadt gehören zu den bedrückendsten Momenten des Films: unerhörte, couragierte Satire im Angesicht des Todes.

Der RegisseurJosef Rödl arbeitet als Regisseur und Autor für Kino, Fernsehen (u.a. für den "Tatort") und Theater. Für seinen Film "Albert - Warum?" erhielt er den Deutschen Filmpreis für die beste Regie. Im April 2010 hatte seine Inszenierung des Stücks "Alkaid - Pelzig hat den Staat im Bett" von und mit Frank-Markus Barwasser ("Pelzig") Premiere am Münchener Residenztheater.

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